10.11.2018

Das Glück ist wie ein Schmetterling ...

"Das Glück ist wie ein Schmetterling", sagte der Meister. "Jag ihm nach, und er entwischt dir. Setz Dich hin, und er lässt sich auf deiner Schulter nieder."
"Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?"
"Hör auf, hinter ihm her zu sein."
"Aber gibt es nichts, was ich tun kann?"
"Du könntest versuchen, dich ruhig hinzusetzen, wenn Du es wagst."
Zen-Geschichte

Photo: Mary Nesnidal 2008

Dieses Bild des Schmetterlings begleitet mich seit vielen Jahren.
Vielleicht weil ich darin vieles erkenne, was das Leben ausmacht:
das Leichte, das Vergängliche, das Schöne und das Unfassbare.

Ein Schmetterling lässt sich nicht festhalten.
Sobald man versucht, ihn zu kontrollieren, verliert er seine Freiheit.
Vielleicht verhält es sich mit dem Glück genauso.

Oft entstanden die wichtigsten Momente meines Lebens nicht aus Planung,
sondern in stillen Zwischenräumen:
in Begegnungen,
in Musik,
in einem Gedanken,
in einem Blick,
oder in einem kurzen Augenblick der Ruhe.

Vielleicht müssen wir nicht alles suchen und erzwingen.
Vielleicht genügt es manchmal, achtsam genug zu sein, damit sich das Wesentliche zeigen kann.

Der Schmetterling erinnert mich daran,
dass Leichtigkeit nicht Oberflächlichkeit bedeutet,
sondern Vertrauen in die Bewegung des Lebens.

Mary Nesnidal 2026

30.05.2018

Es ist verrückt alle Rosen zu hassen....

Es ist verrückt, alle Rosen zu hassen,
nur weil eine Dich gestochen hat und
auf alle Träume zu verzichten,
nur weil sich einer nicht erfüllt hat.
Der Kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry

14.05.2018

Der grosse Reichtum unseres Lebens ......

Der grosse Reichtum unseres Lebens
sind die kleinen Sonnenstrahlen, 
die jeden Tag auf unseren Weg scheinen.
unbekannt

08.05.2018

Wünsche und Visionen

Die Zeit ist reif,
die Wünsche und Visionen,
die in uns leben,
nach aussen zu bringen,
sie zu kristallisieren.
Es ist Zeit zu beginnen.
Die Möwe Jonathan

Mach mal eine Zeitreise
Kostenlos und spannend
Zeitreisen sind Gedankensprünge in die Zukunft - mit einem dortigen Verweilen und einer Rückschau in die Gegenwart verbunden. Eigentlich sind Zeitreisen kontrollierte Fluchtbewegungen: Man verabschiedet sich aus der Gegenwart mit all den Problemen und Einschränkungen, um sich, von diesen völlig befreit, mit einem Wunschszenario zu befassen. Zeitreisen sind also kostenlose Reisen, von denen man mit Einsichten und Plänen zurückkommen kann. Da wir die vorausgedachte Zukunft über kurz oder lang einholen bzw. erleben, ist ein Vergleich zwischen der in Gedanken bereits begangenen Zukunft und der damaligen Realität ausserordentlich spannend.
Zeitreisen sind mentale Prozesse, die echte Kreativität erlauben und eine starke Ausstrahlung ausüben. Mit Zeitreisen befreit man sich von den Engpässen der Gegenwart und der unmittelbaren Zukunft, um Wünsche und Visionen einzuschliessen.
Das kleine Geheimnis: Visionäre Menschen führen immer wieder Zeitreisen durch und wissen so, was sie erreichen wollen. Sie sind zukunftsbezogen und überwiegend positiv ausgerichtet, weil sie mögliche Schwierigkeiten und Hindernisse in der Zukunft in Gedanken bereits gemeistert haben. Dies verleiht Kraft und Charisma.

30.04.2018

Genau in dem Augenblick, als die Raupe dachte,....

Genau in dem Augenblick, 
indem die Raupe dachte,
die Welt gehe unter,
wurde sie zum Schmetterling.

11.04.2018

Willst Du das Glück kennen lernen, ...


Willst Du das Glück kennen lernen, werde so still,
dass Du das Öffnen der Blüte hörst.

Japanisches Sprichwort

16.03.2018

Die Möwe Jonathan von Richard Bach


Richard Bach ist einer der meistgelesenen neuzeitlichen Schriftsteller der USA. Seine zahlreichen Bücher sind in allen möglichen Sprachen erschienen und ausnahmslos Bestseller. Wer auch nur Eines gelesen hat, weiss, warum. Bach schreibt mit Liebe, Humor und aus Erfahrung. Trotzdem ist er kein Lehrmeister -- eher der wohlmeinende Freund an der Tür des Kranken. Einmal hereingelassen, bringt er Mut, Inspiration und Hoffnung.

Schon sowas wie ein Kultbuch
Die Möwe Jonathan handelt von Freiheit, von Selbstverwirklichung, vom Leben selbst. Ein kurzweiliger Schmöker, dessen Tiefe nur begrenzt wird, von der Vorstellungskraft und Offenheit des Lesers selbst. Wer seine Wochenenden gern mit Heidegger und Dostojewski verbringt, oder sich für Stunden in Fachliteratur verlieren kann: Hände weg, das bringt's nicht! Aber wer gern mal mit leichter, nahezu poetischer Lektüre entspannt, wer mit dem Herzen liest, wer gern mit den Möwen über die unendlichen Weiten sanfter Wellen und steiler Klippen seine aero-akrobatischen Kunststücke vollbringen möchte: Mit dem Kissen im Rücken auf's Sofa, anschnallen, und mit beiden Händen das Buch fest umschlingen!

Jonathan ist keine gewöhnliche Möwe. Er nimmt einfach nichts für selbstverständlich hin, es genügt ihm nicht, wie alle Anderen seine fliegerischen Fähigkeiten nur zum Fischen einzusetzen. Jonathan ist verliebt ins Fliegen und in die Freiheit. Er ist besessen von dem Willen, das Beste aus sich herauszuholen, und Nichts und Niemand kann ihn aufhalten. Er ist neugierig, will alles erfahren, alles versuchen, alles verstehen -- selbst wenn es bedeutet, aus dem Kreise seiner Gemeinschaft und seiner Familie verbannt zu werden. In seiner Bescheidenheit, seiner Einfachheit und seiner Tiefe ist Jonathan dem kleinen Prinzen nicht unähnlich, obwohl seine Botschaft nicht ganz so global, nicht ganz so welterschütternd ist. Auch an Hesses Siddartha habe ich mich ein wenig erinnert gefühlt. Jonathan ist ein Aufruf zur Initiative, eine Botschaft an Alle, die ihre Träume und Sehnsüchte noch nicht völlig aufgegeben haben. Selbstverwirklichung, der Mut dazu, dem Herzen zu folgen und einfach das zu tun, was wirklich befriedigt. Wer Jonathan liest, wird es entweder lieben oder hassen. Aber Millionenauflagen, und die Tatsache, dass viele Leser dieses Buches nach weiteren Werken von Richard Bach verlangen, ist ein Beweis dafür, dass Jonathan in vielen von uns steckt. Sehr empfehlenswert für Alle, die gerne fliegen, sei es im Herzen, im Kopf, oder in der Wirklichkeit. --Thomas Kaminski -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels. Amazon.de-Hörbuchrezension

Irgendwie scheinen es oft die Piloten zu sein, die der Literatur schwerelose Märchen mit Kultstatus bescheren. Das war so beim Weltkriegspiloten Antoine de Saint Exupéry, der seinen Kleinen Prinzen zu den Sternen und Planeten schickte, und so ist es auch beim amerikanischen Wettkampfflieger Richard Bach. "Als Pilot sollte man sich das Gefühl, das Bild, oder auch die Geräuschkulisse des Erfolgs vorstellen können", schrieb Bach seinen Kollegen ins Stammbuch. Ob er beim Schreiben von Die Möwe Jonathan den Beifall des Lesepublikums schon vor Augen hatte, ist nicht bekannt. Nichtsdestotrotz ist sein Buch von der Möwe, die jenseits der Geschäftigkeit der restlichen Vogelwelt rund ums Fischefangen aus interesselosem Wohlgefallen am Himmel ihre Kreise zieht und so von Neuem Fliegen lernt, aus keinem Bücherschrank mehr weg zu denken.

29.08.2016

Man braucht nur mit Liebe
einer Sache nachzugehen,
so gesellt sich das Glück hinzu.
Johannes Trojan
Herbstimpressionen im Glarnerland: Sonnenblume im Garten des Nachbars.
Foto: Mary Nesnidal, Mitlödi - Glarus Süd.

30.05.2016

Zwischen Worten und Wirklichkeit

Die Welt wird nicht nur von denen bewegt, die reden,
sondern von jenen, die still dafür sorgen, dass etwas gelingt.

Ich sass unruhig auf meinem Stuhl und blickte in die Runde. Die Vorstandssitzung hatte kaum begonnen, doch ich spürte bereits diese schwere Müdigkeit in mir. Es war immer dasselbe: endlose Diskussionen, grosse Worte, unterschiedliche Vorstellungen und irgendwo dazwischen die Frage, wer am Ende bezahlen sollte.

Wenn Musiker auf Politiker treffen, prallen zwei Welten aufeinander. Die einen sprechen von Visionen, Kultur und Kreativität, die anderen von Budgets, Zahlen und Zuständigkeiten. Jeder hatte Wünsche, jeder hatte Argumente, und doch schien sich niemand wirklich zu bewegen. Stimmen wurden lauter, Sätze länger und die Zeit verstrich, ohne dass etwas entstand.

Ich sass still da und beobachtete das Schauspiel. Für mich war längst klar geworden, dass Projekte nicht durch Diskussionen allein wachsen. Sie gelingen nur, wenn jemand im Hintergrund die unsichtbare Arbeit übernimmt. Briefe schreiben. Telefonate führen. Räume organisieren. Lösungen finden, bevor Probleme überhaupt sichtbar werden. Still und leise. Ohne Applaus.

Gerade deshalb war es für mich oft unerträglich, diesem endlosen Reden zuzusehen. Während andere stritten, sah ich bereits die Arbeit, die danach liegen bleiben würde. Ich wusste, dass am Ende wieder jemand gebraucht wird, der die losen Fäden zusammenhält, damit aus Worten Wirklichkeit werden kann.

Und obwohl mich diese Sitzungen erschöpften, blieb ich sitzen. Vielleicht, weil ich wusste, dass nicht die Lauten ein Projekt tragen, sondern oft jene Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass überhaupt etwas bestehen bleibt.

29.05.2016

Segelfug


Lautlos glitt ich mit dem Segelflieger durch die Abendluft. Unter mir lag das Tal, eingebettet zwischen dunkler werdenden Hügeln. Die letzten Sonnenstrahlen streiften die Dächer der Häuser und tauchten die Landschaft in ein warmes Gold, während sich die Schatten langsam ausbreiteten.

Dort oben war alles ruhig. Kein Lärm, keine Stimmen, keine Hast. Nur das leise Pfeifen des Windes an den Tragflächen und das Gefühl, getragen zu werden.

Von oben wirkte die Welt anders. Die Strassen, auf denen Menschen sich oft wichtig nahmen, erschienen wie feine Linien. Die Häuser, hinter deren Mauern gelacht, geweint, gestritten und gehofft wurde, wirkten klein und still. Ich fragte mich, wie viele Menschen dort unten gerade glaubten, ihre Sorgen seien unüberwindbar, während sie aus der Höhe betrachtet nur ein winziger Teil eines viel grösseren Bildes waren.

Ich liebte diesen Perspektivenwechsel.

Im Alltag begegnete ich oft Menschen, die laut waren, sich in den Vordergrund drängten oder um Aufmerksamkeit kämpften. Von oben aber verlor all das seine Bedeutung. Der Mensch, der sich mächtig fühlte, war genauso klein wie jener, der still seinen Weg ging. Die Welt machte keinen Unterschied zwischen ihnen.

Ein Schwarm Vögel zog unter mir vorbei. Für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, nicht Beobachterin zu sein, sondern selbst Teil dieser stillen Freiheit. Keine Bühne. Keine Erwartungen. Kein Müssen.

Ich dachte an die vielen Wege, die Menschen gehen. Manche kämpfen sich verbissen durchs Leben, als müssten sie ständig etwas beweisen. Andere ziehen sich zurück, weil sie nie wirklich verstanden wurden. Und dann gibt es jene wenigen, die gelernt haben, ihren eigenen Kurs zu fliegen — unabhängig davon, ob andere ihn verstehen.

Vielleicht war genau das der Grund, weshalb ich das Fliegen liebte.

Hier oben sah ich nicht nur die Welt anders. Ich sah auch mich selbst klarer.

Ich erinnerte mich daran, wie oft ich im Leben zwischen den Welten stand. Nie ganz mitten im Geschehen, eher daneben. Beobachtend. Wahrnehmend. Während andere laut diskutierten, nahm ich Zwischentöne wahr. Während manche nur das Offensichtliche sahen, spürte ich Stimmungen, Unsicherheiten und unausgesprochene Gedanken.

Der Segelflug lehrte mich etwas Wichtiges: Nicht der Motor trägt dich durchs Leben, sondern das Gespür für die unsichtbaren Strömungen.

Wer nur mit Kraft vorwärtskommen will, wird irgendwann müde. Doch wer lernt, die Luft zu lesen, den richtigen Moment abzuwarten und sich tragen zu lassen, kommt oft weiter — leiser, aber nachhaltiger.

Langsam verdunkelte sich das Tal. Die ersten Lichter begannen zu leuchten. Kleine Inseln der Wärme in der hereinbrechenden Nacht.

Zeit für die Landung.

Ich setzte zum Sinkflug an. Ruhig. Kontrolliert. Die Welt wurde wieder grösser, detailreicher, lauter. Doch etwas von der Stille dort oben blieb in mir zurück.

Vielleicht braucht jeder Mensch manchmal Abstand, um die Welt wieder richtig sehen zu können.