Die Welt wird nicht nur von denen bewegt, die reden,sondern von jenen, die still dafür sorgen, dass etwas gelingt.
Ich sass unruhig auf meinem Stuhl und blickte in die Runde. Die Vorstandssitzung hatte kaum begonnen, doch ich spürte bereits diese schwere Müdigkeit in mir. Es war immer dasselbe: endlose Diskussionen, grosse Worte, unterschiedliche Vorstellungen und irgendwo dazwischen die Frage, wer am Ende bezahlen sollte.
Wenn Musiker auf Politiker treffen, prallen zwei Welten aufeinander. Die einen sprechen von Visionen, Kultur und Kreativität, die anderen von Budgets, Zahlen und Zuständigkeiten. Jeder hatte Wünsche, jeder hatte Argumente, und doch schien sich niemand wirklich zu bewegen. Stimmen wurden lauter, Sätze länger und die Zeit verstrich, ohne dass etwas entstand.
Ich sass still da und beobachtete das Schauspiel. Für mich war längst klar geworden, dass Projekte nicht durch Diskussionen allein wachsen. Sie gelingen nur, wenn jemand im Hintergrund die unsichtbare Arbeit übernimmt. Briefe schreiben. Telefonate führen. Räume organisieren. Lösungen finden, bevor Probleme überhaupt sichtbar werden. Still und leise. Ohne Applaus.
Gerade deshalb war es für mich oft unerträglich, diesem endlosen Reden zuzusehen. Während andere stritten, sah ich bereits die Arbeit, die danach liegen bleiben würde. Ich wusste, dass am Ende wieder jemand gebraucht wird, der die losen Fäden zusammenhält, damit aus Worten Wirklichkeit werden kann.
Und obwohl mich diese Sitzungen erschöpften, blieb ich sitzen. Vielleicht, weil ich wusste, dass nicht die Lauten ein Projekt tragen, sondern oft jene Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass überhaupt etwas bestehen bleibt.
